Review Monitore LG IPS277 vs. Philips 273E3QHSB/00

Geschrieben, getestet, aufgenommen und nachträglich hier eingefügt durch FoVITIS.
Der Test ist um die Bilder gekürzt. Diese finden sich im Ursprungsbeitrag hier.

Hallo liebe Leser und Besucher. An dieser Stelle präsentiere ich euch einen Vergleichstest zwischen dem LG IPS277 und Philips 273E3QHSB. Hierbei handelt es sich um Monitore, welche beide über eine sichtbare Diagonale von 27″ (ca. 68-69cm) verfügen. Beide Monitore lösen in FullHD auf, das heist mit 1920×1080 Pixeln.

Im Testbericht gehe ich auf die Verarbeitung, Bildqualität, Stromverbrauch und meinen Gesamteindruck ein.
Natürlich gibt es auch ein ausführliches Video, welches noch weitergehende Informationen enthält, einige sind aber nur hier im Blog zu finden.



Beide Monitore verfügen über unterschiedliche Bildschirm-Technologien. Während der LG auf die Blickwinkel und farbstabile IPS Technologie zurückgreift, setzt der Philips auf die kontraststarke VA-Panel Technologie. Dadurch sind die eigentlichen Unterschiede eigentlich schon direkt ersichtlich. Der LG verfügt über wesentlich bessere Blickwinkelstabilität und auch Farbdarstellung. Der sRGB Farbraum wird mit ca. 95% abgedeckt und der Monitor ist sogar ab Werk vorkalibirert. Der Philips hingegen hat nur etwa 88% sRGB und stellt Farben bei unkalibrierter Darstellung daher nicht ausreichend korrekt dar. Windows-Ordner wirken gelblicher, selbst nach einer Kalibrierung samt Profilierung bietet der LG noch etwas bessere Farbdarstellung.
Auch die Blickwinkelstabilität ist bei dem Philips wesentlich schlechter, dies könnt Ihr auch im unten stehenden Blickwinkeltest noch einmal genauer sehen.

Blickwinkeltest LG IPS277
-Windows Bildanzeige, Vollbild, ohne aktives Farbmanagement!-

Blickwinkeltest Philips 273E3QHSB/00
-Windows Bildanzeige, Vollbild, ohne aktives Farbmanagement!-

Ausleuchtung

Die Ausleuchtung ist bei beiden Geräten in Ordnung. Lediglich in den Ecken gibt es eine leichte Aufhellung. Wobei es beim LG doch schon stärker aufhellt, besonders unten Links, was aber primär in dunklerer Umgebung auffällt.

Kontrast und Schwarzwert
Punkten kann der Philips auf jeden Fall in sachen Kontrast und Schwarzwert. Das Schwarz wirkt hier wirklich sehr tief, natürlich ist auch hier in dunkler Umgebung eine Aufhellung sichtbar, jedoch wirkt das gesamte Bild aufgrund der besseren Kontraste von ca. 4.100:1 beim Philips wesentlich angenehmer, insbesondere bei der Darstellung von dunklem Bildmaterial.
Insgesamt wirkt das Bild des Philips daher auch besonders in dunkler Umgebung wesentlich angenehmer und plastischer.

Farbdarstellung
Ab Werk punktet hier der LG auf jeden Fall.
Nach einer Kalibrierung auf sRGB samt Profilierung waren die Farben für das Auge recht identisch, minimale Abweichungen gab es dennoch. Das liegt daran das auch eine Profilierung nicht immer eine Perfekte sRGB Darstellung garantieren kann und vor allem durch leichte Farbverschiebungen aufgrund von Blickwinkel-Abhängigkeiten.

Problematisch ist es in sachen Windows-Oberfläche und Videowiedergabe. Mir ist nur ein Videoplayer bekannt, welcher Farbmanagement unterstützt, dies ist der MediaPlayer Classic. Hier kann man das Farbmanagement aktivieren.

Während man beim LG auch ohne Farbmanagement noch recht angenehme Farben hat, ist dies beim Philips völlig anders. So sehen Hauttöne in Videos eher gelbstichig aus… beim DVBViewer Pro hilft hier z.B. den Farbton etwas zu verschieben, ein Wert von ca. 51-52% (Standard ist 50%) erziehlt ein recht angenehmes Ergebnis bei der Videowiedergabe. Jedoch bei der Windows-Oberfläche hilft auch kein Farbprofil, diese verfügt nicht über Farbmanagement, Ordner sehen daher irgendwie gelblich-blass aus beim Philips, beim LG hingegen haben sie einen Touch richtung Orange wie es sein soll, was einfach angenehmer wirkt.
Allerdings fällt dies primär im direkten Vergleich auf, wer nur an einem Monitor sitzt gewöhnt sich schnell an eine fehlerhafte Farbdarstellung. Um so mehr ein Grund wieso man möglichst jeden Monat seine Monitore neu Kalibrieren & Profilieren sollte. Zumindest wenn man im Bereich der Bildbearbeitung, oder anderen Farb-Relevanten tätigkeiten, arbeitet.

Profiliert kann man beide Geräte für die Bildbearbeitung daher auch nutzen. Der LG ist aufgrund der höheren Farbraumabdeckung dafür aber etwas besser geeignet. Unprofiliert würde ich eher dringend vom Philips dafür abraten. Denn sonst versucht man falsche Farben in der bildbearbeitung zu korrigieren, und am ende sehen sie im Print oder bei anderen Betrachtern, so wie Kunden völlig falsch aus.

Hier haben wir übrigens ein weiteres Problem der heutigen Zeit… viele haben Monitore welche 1. nicht Kalibriert sind und 2. wenig sRGB Abdecken… daher können Fotos bei anderen immer völlig anders aussehen als bei einem selber.

Empfehlenswert zum Surfen ist übrigens auch der Firefox, weil dieser Farbmanagement korrekt unterstützt.
Für die Bildbetrachtung empfiehlt sich der irfanview, mit aktiviertem Farbmanagement-Plugins.

Zahlentest und Schwarz
Bei diesem Bild waren bei beiden Monitoren nach der Kalibrierung Die Zahlen 1-8 gut erkennbar.
Beim LG sogar noch einen Tick besser als beim Philips.
Auch der Black-Level Test von Lagom zeigte das alle Felder bis zur 1 vom Hintergrund differenzierbar waren.
Beim LG auch hier wieder etwas stärker (sprich z.B. das Feld 1 ist heller gewesen als bim Philips)

Pro und Kontra
LG
+Gute Farbdarstellung ab Werk
+Hohe Blickwinkelstabilität
+Dünnes Gehäuse
-keine Lautsprecher
-Mangel in Verarbeitung (oben eine leichte Wölbung, gab es bei mehreren die ich sah)
-keine VESA Aufnahme
-schwache Kontraste/Schwarzwert
-wackeliger Stand

Philips
+Hohe Kontraste/Schwarzwert
+Integrierte Lautsprecher
+VESA Aufnahme (z.B. für Monitorarme)
-Scheint mit einem reinen HDMI Kabel manchmal Probleme bei Frequenzwechsel zu haben (Boot Vorgang, Bild verschwindet bis Monitor erneut aus/an geschaltet wrd)
-YCbCr Option beim Windows HD2000 Grafiktreiber für korrekte Darstellung über HDMI nötig
-Nach Monitor oder PC Neustart Gamma-verstellt (möglicherweise Treiberproblem)

Kalibrierungs-Einstellungen
Hier die Werte der ersten Kalibrierung auf sRGB mit 120cd/m²

LG:
Helligkeit 43
Kontrast 70
Rot: 52
Grün: 54
Blau: 51
Gamma 1

Philips:
Helligkeit: 20
Rot: 95
Grün: 88
Blau: 82
Gamma: 2.2 (Werte 1.8-2.2 im Monitor einstellbar, aber haben bewirken scheinbar keinerlei Änderung)

Zusätzlich zu einer Kalibrierung, welche den Farbraum des Monitors möglichst nahe des Ziels (hier sRGB) bringen soll, ist eine erstellung eines ICC/ICM Profiles notwendig um die Farben anschließend auch möglichst exact darstellen zu können. TIPP: Bei Windows ICC2 verwenden, denn mit ICC4 hat der Windows-Bildanzeiger Probleme.

Tabellarische Daten:

LG IPS277

Herstellerinformationen (link)

Display-Typ: TFT-LCD Aktiv Matrix mit White LED Backlight
Bildschirmgröße: 27″ (68,58cm)
Aktive Bildfläche: 552,46mm x 293,88mm
Format: 16:9
Pixelabstand: 0,311mm
Displaytechnologie: AH-IPS (Advanced High Performance In Plane Switching)
Entspiegelung: Hard Coating (3H)
Maximale Helligkeit: 250cd/m²
Reaktionszeit: 5ms Grau zu Grau
Kontrast: ca. 1.000:1 (statisch). Gemessen ca. 1.200:1

Anschlüsse:
2x HDMI (MHL Fähig)
1x D-SUB (VGA)
1x Kopfhöhrer

Abmessung:
Breite: 623mm x Höhe: 449mm x Tiefe: 169mm (mit Standfuß)

Neigungswinkel:
20° nach oben, 5° nach unten

Stromverbrauch:
AUS: 0,0-0,1W
Helligkeit: 0%: 15,7W
Helligkeit: 43%: 22,7W (ca. 120cd/m)
Helligkeit: 100%: 32W

Schwankt um ca. 1-2W je nach Bildinhalt

Philips 273E3QHSB/00

Herstellerinformationen (link)

Display-Typ: TFT-LCD Aktiv Matrix mit White LED Backlight
Bildschirmgröße: 27″ (68,6cm)
Effektive Bildfläche: 597,6mm x 336,2mm
Format: 16:9
Pixelabstand: 0,311mm
Displaytechnologie: AMVA LCD
Entspiegelung: Rein Optisch scheinbar auch Hard Coating (3H)
Maximale Helligkeit: 300cd/m²
Reaktionszeit: 6ms Grau zu Grau
Kontrast: ca. 5.000:1 (statisch). Gemessen ca. 4.100:1
Lautsprecher: 2x 2W

Anschlüsse:
1x HDMI
1x DVI
1x D-SUB (VGA)
1x Audio-In
1x Kopfhöhrer

Abmessung:
Breite: 642mm x Höhe: 440mm x Tiefe: 227mm (mit Standfuß)

Neigungswinkel:
20° nach oben, 5° nach unten

Schwankt um ca. 1-2W je nach Bildinhalt

Stromverbrauch:
AUS: 0,1W
Helligkeit: 0%: 13,8W
Helligkeit: 20%: 18W (ca. 120cd/m)
Helligkeit: 27%: 19,5W (ca. 140cd/m)
Helligkeit: 100%: 34,7W

Schwankt um ca. 1-2W je nach Bildinhalt



Fazit:
Welchen Monitor für welchen zweck? …. also mein kurzes Fazit hierbei (das lange gibt es ja im Video)… wer auf gute Kontraste, Schwarzwert und VESA Halterung verzichten kann, der ist mit dem LG IPS277 sicher gut beraten! Auch wer nicht unter Profilierter Umgebung arbeitet sollte eher zum LG greifen.
Wer hingegen Profilierte Programme nutzt, mehr Wert auf sattes Schwarz und gute Kontraste legt, oder eine VESA Aufnahme benötigt. Der kann auch zum Philips greifen, insbesondere wenn man alleine vor dem Monitor sitzt fallen die Nachteile in Sachen Blickwinkelstabilität nicht auf. Aber man sollte sich auch seiner Schwächen klar sein und mit ihnen umgehen können.
Leider gibt es noch immer keine Monitore welche einen hohen Farbraum, Blickwinkelstabilität und satteKontraste miteinander verbinden. So ist der Monitorkauf immer eine Frage des Kompromisses.

FoVITIS